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tm3 stellt Sendebetrieb zum 31. März 2019 ein
Die Entscheidung erfolgt aus persönlichen, gesundheitlichen und finanziellen Gründen

Augsburg, 12.03.2019

Nach 3.738 Sendetagen, respektive 10 Jahre und 86 Tagen stellt die ITV Media mit Ablauf des 31. März 2019 den Sendebetrieb aus eigener Entscheidung ein. Die Entscheidung über die Einstellung des Sendebetriebs hat mit dem noch laufenden verwaltungsgerichtlichen Verfahren, an dem die Landesanstalt für Kommunikation (LfK) mitwirkt, nichts zu tun. Nach wie vor hat die LfK gegenüber dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg die Zusage erteilt, bis über das Beschwerdeverfahren entschieden worden ist, keine Vollzugsmaßnahmen zu ergreifen. Hieran hält sich die für tm3 zuständige Landesmedienanstalt auch.

Die Entscheidung hierüber begründet „tm3“-Senderchef Timo C. Storost in einem persönlichen, sehr ausführlichen Statement:

„Ich habe mir die Entscheidung, den Sendebetrieb nach Ablauf des 31. März 2019 einzustellen, nicht leicht gemacht. Bereits seit 2016 leide ich unter einer Herzkrankheit, die mich persönlich in den vergangenen anderthalb Jahren des Kampfes mit den Landesmedienanstalten verschlechtert hat. Des Weiteren wurde kürzlich ein Burn-Out bei mir diagnostiziert, dass mir die Arbeit, der Kampf allein in den vergangenen Wochen nicht gerade erleichtert hat. Auch durch die Berichterstattungen in den letzten Wochen nach Relaunch von Family TV in tm3 war es uns versagt, mit ´tm3´ Neukunden zu gewinnen, die im vergangenen Jahr bei den zahlreichen Agentur-Touren noch zugesagt waren und durch die vergangenen Wochen nun Abstand hiervon genommen hatten. Auch der Beschluss des VG Stuttgart Mitte Februar hat seinen Teil dazu beigetragen. Ich habe mich persönlich nicht mehr im Stande gesehen, diesen Kampf gegen Viele, dem ich in den vergangenen Jahren, so schwer es auch war, durchaus habe Standhalten können, auch Dank der zahlreichen Personen, die mir/uns dabei geholfen haben. Durch die wirtschaftliche Schieflage, die im Grunde genommen, bereits mit Beginn des Verwaltungsverfahren durch die LfK, als auch durch die BLM eingetreten ist und durch anwaltliche Verteidigung in jener Zeit einen Sechsstelligen Betrag geleistet werden musste und wurde, mussten dabei einige andere Sachen auf der Strecke bleiben. Durch eigene Fehlentscheidungen, auch im Jahre 2014 und 2015 musste ich mich am heutigen Dienstag vor Gericht verantworten.

Wegen durch verschiedene Umstände kam es so, dass der Vorwurf auf Insolvenzverschleppung durch eine meiner insgesamt drei Firmen, namentlich der ITV Media Verwaltungs GmbH, sowie in Folge dessen insgesamt sieben Gläubiger nicht oder nicht pünktlich Zahlungen erhielten. Diesem Vorwurf habe ich mich heute gestellt und durch eine Verfahrensabsprache zwischen Verteidigung, Staatsanwaltschaft und Gericht drei Einzelstrafen, jeweils ausgesetzt zur Bewährung verhängt wurden. Dieses Urteil nehme ich an. Dieses Verfahren am heutigen Tage war nicht Auslöser darüber, dass die Entscheidung irgendwie kurzerhand getroffen wurde, sondern hat mich in meiner bereits vorherig getroffenen Entscheidung darüber bestätigt, diesen Kampf nicht weiter zu führen.

In all den Jahren habe ich persönlich immer gekämpft, war ein Stehaufmännchen. Habe das unfassbare Glück gehabt, dass mir bis heute viele Menschen zur Seite stehen und wir – trotz den zahlreichen Fehlentscheidungen in den vergangenen Jahren – am 12. Januar 2019 unseren 10. Geburtstag feiern konnten. Das war – bedingt durch die zahlreichen Kämpfe und Probleme – keineswegs selbstverständlich und dafür bin ich aus tiefstem Herzen dankbar.

Auch wenn die Öffentlichkeit und viele andere es vielleicht so betrachten, als sei Family TV, respektive tm3 „zu Fall gebracht worden“ oder gar „ein Fehler“ gewesen, so sei all denen sehr deutlich gesagt: Keiner, aber absolut keiner hätte je damit gerechnet, dass wir weit über 10 Jahre haben Fernsehen machen können. Auch wenn es viele belächelt haben und nach wie vor tun, aber keiner, absolut keiner, hätte 10 Jahre diese Kämpfe, die es teilweise oder gar größtenteils waren, je führen können, geschweige bestehen können.

An all die Personen, die alles und jedes, was über uns geschrieben wurde oder wird, kommentieren und sich als „Experten“ betrachten oder geben: Bevor über jemand oder etwas geurteilt wird, sollte man die Dinge erst einmal selbst er- und durchleben, bevor man das Recht hat, über Fehler oder Sachen zu urteilen oder diese zu bewerten. Trotz all gemachter Fehler haben wir es geschafft, weit über 10 Jahre in einem Markt zu bestehen, der so umkämpft ist. Wir haben Sender kommen und gehen sehen. Unter Anbetracht dessen, dass wir nie einem Großkonzern angehörig waren, haben wir es selbstständig geschafft, uns 10 Jahre in diesem Haifischbecken zu behaupten.

Vor 10 Jahren, am 04.01.2009 kannte uns niemand. Heute schreiben sie alle über uns. Das mag für viele nach einer Wahrnehmungsstörung klingen, aber man möge es kaum glauben, aber trotz gemachter Fehler, die im Übrigen jeder auf seine Weiße macht, haben wir Großes geleistet und sind unfassbar stolz über all die positiven Dinge, die mir/uns widerfahren sind.

Ich muss mich jetzt in erster Linie um meine Gesundheit kümmern, Abstand von alldem gewinnen, was die letzten Jahre um mich herum positives, wie negatives passiert ist.

Wir haben einen Jörg Draeger 2014 aus der „Versenkung“ geholt, der heute nichts mehr davon wissen will, dass ihn die TV-Branche bis dahin wenig bis gar nicht beachtet hat und sich für ihn interessiert haben. Einen Georg Fischer, der unser Jubiläum „unter aller Sau produziert“ hat. Einen extrem arroganten Jürgen Trovato und seine Frau Marta, die zwar bei unserem Jubiläum als Showact aufgetreten sind – im Übrigen nicht von mir gebucht, sondern von dem lieben Georg Fischer, der in seinen Facebook-Postings Gott um Hilfe bittet, was seine Gesundheit anbelangt, aber gleichzeitig Personen, wie Ikke Hüftgold oder Markus Krampe in seinen zahlreichen Live-Streams auf Facebook mehr als nur einmal beleidigt und der auch keine Scheu davor hat, andere bekannte oder weniger bekannte Persönlichkeiten öffentlich zu beleidigen – aber ich mit den Trovatos kein einziges Wort gewechselt habe, wir uns nicht einmal persönlich direkt trafen und diese sich nach dem Jubiläum wochenlang das Recht öffentlich herausgenommen hatten, mich als „Bildungsversager“ oder „Bettnässer“ zu bezeichnen, ihre Community dies regelmäßig abfeierten oder die Jubiläumsshow aus Produzentensicht zu bewerten, obwohl diese absolut keine Kenntnis darüber besaßen.

Eine Landesmedienanstalt, namentlich diese aus Baden-Württemberg, als am 15. September 2016 das Verwaltungsverfahren eröffnet wurde und der stellvertretende Präsident Herr Ingo Nave mir im selbigen Telefonat, dass wir führten, großkotzig sagte – ohne das er mir das Verwaltungsverfahren offiziell bekannt gab und ohne dass er über Unterlagen aus unserem Hause verfügte – am Ende des Monats sei Schluss. Eine absolut fehlende Objektivität, die bis zum Ende hin fortbestand und er das durchzog, was er mir bereits in diesem einen Telefonat mitteilte. Das nehme ich diesem Manne bis heute extrem krumm.

Ein Reisehoppingsender, namens „sonnenklar.TV“, denen ich eigentlichen unfassbar dankbar sein müsste, denn sie waren die allerersten Geldgeber im Jahre 2010, als Family TV zu einem 24-Stunden-Sender wurde, aber wo sich ein Geschäftsführer – namentlich Andreas Lambeck öffentlich nach dem Jubiläum geäußert hatte, er schäme sich für die TV-Branche. Einen Mitarbeiter von ihm – Tilmann Schwarzbach, der in mir damals weitergeleiteten E-Mails das „Recht“ hatte, mich zu beleidigen. Ein Andreas Lambeck, der mir – naiverweise zugegeben – Freundschaft vorgaugelte, aber in Wahrheit hinter meinem Rücken mich verraten hatte, ein linkes Katz-und-Maus-Spielchen. In der Öffentlichkeit kursierte das Gerücht, sonnenklar.TV selbst hätte den Vertrag nicht verlängert, dabei habe ich im vergangenen November das Angebot für eine Vertragsverlängerung abgelehnt. Und wer glaubt, sonnenklar.TV würde gut bezahlen, der irrt. Das neueste Angebot sollte vier Stunden Sendefläche pro Tag betragen, für gerade einmal 4.000.- Euro. Dazu kam es ja bekanntlich nicht mehr. Und auch davor – für knappe zwei Stunden Fläche pro Tag, haben wir hier gerade einmal 1.600.- Euro Netto monatlich verdient, bei einem Großkonzern, dass Millionen an Umsätzen macht und über all die Jahre hinweg die Verträge stets verlängerte, weil es hieß, über uns wird auch gut verdient, aber bei der erstbesten Gelegenheit, zieht sonnenklar.TV 10 Tage vor Ende des Vertrags auf eigenem Wunsch hin den Stecker, mit der Begründung, es sei uns ja gerichtlich verboten worden, weiter zu senden, was bekanntlich ja widerlegt wurde und sich sonnenklar.TV dreister Weiße noch das Recht herausnahm, mir die 10 Tage in Rechnung zu stellen.

Wenn ich all an diese Personen denke, so weiß ich, dass nicht nur meine Gesundheit mir jetzt wichtig ist, nein, sondern auch, dass ich mit solchen Menschen nichts zu tun haben möchte und mich all diese Menschen nicht nur Zeit, Kraft, Nerven, sondern auch Geld gekostet haben. Aber über all die Jahre habe ich über all das geschwiegen, während über mich persönlich oder über den Sender – meist natürlich negativ berichtet wurde.

In den kommenden Tagen werde ich – zum Abschied – einmal die ganze Geschichte über diese Fernsehbranche und all meinen Erfahrungen und Erlebnissen machen. Kein Tabu mehr, kein Schweigen mehr.

Jetzt stelle ich einmal alles richtig!

Aber diese Worte sollen nicht nach Verbitterung klingen – nein, denn dafür hat mich diese Branche in all diesen Jahren zu einem harten Kern gemacht. Ich weiß um all die positiven Menschen, all die positiven Erlebnisse und Geschenke. Und dafür bin ich Gott dankbar.

Und keine Sorge, wir gehen nicht leise, sondern laut und lassen uns für unseren Abschied einmal etwas ganz besonderes einfallen.“


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